Eine Bestellung bei einem Händler in China, den USA oder Großbritannien lässt sich zurückgeben, der Rückversand folgt aber anderen Regeln als eine Rücksendung in Deutschland. Wer eine Retoure ins Ausland schicken will und wissen möchte, was zu beachten ist, klärt zuerst die Rücksendeadresse, füllt dann die Zollpapiere für die Waren aus und rechnet die Portokosten gegen den Warenwert. Dieser Beitrag beantwortet die Fragen, die sich Kunden bei einer Retoure ins Ausland stellen, und zeigt, wie sich gezahlte Einfuhrabgaben zurückholen lassen.
Erster Schritt: die Rücksendeadresse beim Verkäufer erfragen
Vor jeder Retoure ins Ausland steht eine Nachricht des Kunden an den Verkäufer. Er nennt die gültige Rücksendeadresse und bestätigt, ob er die Kosten der Retoure übernimmt. Viele Shops führen ein Lager in Europas Mitte, sodass die Waren gar nicht bis nach China zurück müssen. Damit wird die Retoure zu einer Rücksendung innerhalb der EU.
Wichtig ist dabei ein verbreiteter Irrtum: Auf einem Paket aus China steht häufig eine deutsche Anschrift. Diese Adresse dient der Rückführung unzustellbarer Sendungen und ist keine Rücksendeadresse für Kunden. Wer eine Retoure unabgesprochen dorthin schickt, verliert die Waren und sein Geld.
· Kontakt per E-Mail oder über den Kundenservice im Konto des Onlineshops.
· Rücksendeadresse schriftlich bestätigen lassen, mit Namen und vollständiger Adresse.
· Nach einem Retourenlabel fragen, das der Händler bezahlt.
· Alternative erfragen: eine Teilerstattung, wenn der Rückversand teurer wäre als das Produkt.
· Frist notieren, die der Onlineshop für die Rückgabe der Waren setzt.
Retoure innerhalb der EU: Widerruf und Rücksendekosten
Bei einem Kauf in einem Onlineshop mit Sitz in der EU greift für Kunden das Widerrufsrecht. Verbraucher können den Vertrag binnen 14 Tagen widerrufen und die Waren zurückschicken, ohne einen Grund zu nennen. Die Kosten des Rückversands trägt der Käufer, sofern der Händler in der Widerrufsbelehrung darauf hingewiesen hat. Ohne diesen Hinweis zahlt der Verkäufer den Rückversand. Bei mangelhaften Waren greift dagegen das Recht auf Nacherfüllung, und der Verkäufer trägt die Kosten in jedem Fall.
Bei einer Rücksendung im Binnenmarkt entfallen Zollpapiere. Eine Rücksendung nach Frankreich, Polen oder Italien läuft wie eine Rücksendung in Deutschland, allein zu einem etwas höheren Preis. Damit ist eine Retoure ins Ausland in diesen Ländern der einfachste Fall. Beim Versand geht ein Paket mit Waren bis 2 kg häufig als Päckchen, größere Retouren als Paket.
Ziel der Retoure | Zollpapiere | Geeignete Anbieter | Kosten in der Regel |
Deutschland | keine | alle Anbieter | Händler oder Käufer |
EU-Länder | keine | DHL, DPD, GLS, Hermes | Käufer bei Widerruf |
Großbritannien | Zollinhaltserklärung | DHL | Käufer |
USA | Zollinhaltserklärung | DHL | Käufer |
China | Zollinhaltserklärung | DHL | Käufer |
Retoure in Länder außerhalb der EU: Zollformalitäten
Sobald das Ziel außerhalb der EU liegt, wird die Retoure zu einer Ausfuhr. Dem Paket gehören deshalb Zollpapiere bei. Bei der Online Frankierung von DHL entsteht das Formular direkt im Ablauf, sodass kein Papierkram am Zollamt nötig ist. Diese Regeln gelten in allen Ländern außerhalb der EU.
Diese Angaben zu den Waren gehören in die Zollinhaltserklärung der Retoure:
1. Sendungsart „Warenrücksendung" auswählen, damit der Zoll im Zielland keine Einfuhrabgaben erhebt.
2. Waren genau benennen, etwa „Damenschuhe, Größe 39" statt „Kleidung".
3. Warenwert eintragen, wie er in der ursprünglichen Bestellung stand.
4. Ursprungsland angeben, meist das Land des Verkäufers.
5. Zwei Kopien der Kaufrechnung außen am Paket befestigen, mit dem Vermerk „Return Shipment to Seller".
Hinweis zu den Anbietern: Für den Versand in Ländern außerhalb der EU eignet sich vor allem DHL, weil die Onlinefrankierung das Zollformular einbindet. DPD, GLS und Hermes sind dafür kaum geeignet, anders als DHL. Ein durchgängiges Tracking belegt die Gutschrift. |
Für Zubehör mit Akku gelten zusätzliche Vorschriften für Gefahrgut. Waren mit Lithium-Ionen-Zelle dürfen nur unter Bedingungen versendet werden, die der Anbieter vorgibt. Bei Waren wie Schmuck oder Uhren begrenzen die Bedingungen den Wert je Paket.
Kosten: Portokosten gegen Warenwert rechnen
Der Rückversand von Waren in ein Land außerhalb der EU kostet häufig mehr, als das zurückgesandte Produkt wert ist. Bei Waren für 20 Euro steht ein zweistelliger Preis dagegen, und die Retoure lohnt sich nicht. Deshalb steht die Kostenfrage vor dem Versand.
Zwei Wege bleiben Kunden bei einer Retoure in dieser Lage:
· Teilerstattung statt Rückversand: Viele Verkäufer aus China bieten 30 bis 70 Prozent des Kaufpreises, wenn die Waren beim Käufer bleiben.
· Retourenlabel einfordern: Größere Shops und Plattformen stellen etwas häufiger ein bezahltes Retourenlabel bereit, oft als QR-Code für den Druck im Paketshop.
Ein Retourenschein des Händlers spart Porto und regelt zugleich die Retourenabwicklung im Zielland. Ohne Retourenschein trägt der Absender das Risiko, dass die Retoure im Zoll hängen bleibt.
Vorteile eines Retourenscheins vom Onlinehändler
Ein bezahlter Retourenschein oder ein Retourenlabel des Onlinehändlers bringt für Kunden mehrere Vorteile:
· Keine Portokosten für die Retoure, weil der Onlineshop das Label bezahlt.
· Korrekte Rücksendeadresse ist eingetragen, ein Irrtum entfällt.
· Zollangaben vorbereitet, sodass die Waren im Zielland ohne neue Einfuhrabgaben ankommen.
· Tracking inklusive, was den Eingang der Waren belegt.
· Schnellere Rückbuchung, weil der Händler die Retoure im System erwartet.
Manche Online-Shop-Betreiber stellen das Label für eine Retoure erst nach einer Prüfung der Waren bereit. Dann lohnt eine Nachfrage beim Kundenservice, statt die Waren auf eigenes Risiko zu senden.
Einfuhrabgaben zurückholen: zwei Wege beim Zoll
Wer bei der Einfuhr der Waren Zoll und Einfuhrumsatzsteuer gezahlt hat, bekommt diese Abgaben nach einer Rücksendung unter Bedingungen zurück. Der Antrag geht an das Zollamt, das die Abgaben für die Waren erhoben hat. Für Kunden stehen zwei Möglichkeiten zur Verfügung:
Ungültigerklärung der Zollanmeldung. Dieser Weg gilt für Fernabsatzverträge, also für Käufe im Internet. Der Antrag muss innerhalb von 90 Tagen nach Annahme der Zollanmeldung vorliegen. Voraussetzung ist, dass die Waren an die Adresse des ursprünglichen Lieferers ausgeführt werden. Als Nachweise für die Ausfuhr der Waren dienen der Einlieferungsbeleg der Post und die Gutschrift.
Zurückweisung der Waren. Dieses Verfahren greift, wenn die Waren nicht der Bestellung entsprachen oder bereits beschädigt ankamen. Die Frist beträgt ein Jahr ab Mitteilung der Abgaben. Nötig sind die Formulare 0223 und 0235 sowie eine Bestätigung, dass die Waren ausgeführt oder zerstört wurden.
Wichtig: Die Einfuhrumsatzsteuer wird nicht erstattet, wenn der Empfänger zum vollen Vorsteuerabzug berechtigt ist. Für Privatpersonen greift diese Einschränkung nicht. Dem Antrag gehören Zollanmeldungsnummer, Sendungsnummer, Bankverbindung und alle Dokumente zum Kauf bei. |
Ein dritter Fall betrifft eigene Waren, die aus der EU ausgeführt und später zurückgeholt werden. Solche Rückwaren bleiben bei der Wiedereinfuhr innerhalb von drei Jahren frei von Einfuhrabgaben, etwa Waren aus einer Reparatur.
Retourenlabel, QR-Code und Versand ohne Drucker
Stellt der Händler ein Retourenlabel bereit, kommt es als PDF per E-Mail oder als QR-Code. Nutzer ohne Drucker zeigen den QR-Code im Paketshop vor; das Personal druckt das Label und klebt es auf das Paket. Damit entfällt der Aufwand für Papier und Drucker zu Hause. Bei DHL ist dieser Weg für eine Rücksendung aus Deutschland etabliert, bei anderen Anbietern seltener.
Bei eigener Frankierung führt der Weg über die Online Frankierung des Anbieters. Auf der Seite von DHL werden Adresse, Warenwert und Zollangaben erfasst, anschließend steht das Label zum Ausdruck bereit oder als mobiler Paketschein auf dem Smartphone. Der Preis richtet sich nach Größe und Zielland.
Für den Karton einer Retoure gilt dasselbe wie bei jedem Paket: Die Verpackung muss den Transport der Waren überstehen. Passende Maxibriefkartons und Großbriefkartons halten flache Waren in Position, für sperrige Retouren eignen sich stabile Umzugskartons. Alte Label gehören vollständig entfernt, damit der Scanner allein das neue Label liest.
Ablauf einer Retoure ins Ausland in sieben Schritten
6. Widerruf oder Reklamation erklären, schriftlich und innerhalb der Frist.
7. Rücksendeadresse bestätigen lassen und nach einem bezahlten Retourenlabel fragen.
8. Kosten der Retoure prüfen: Porto gegen Warenwert stellen und eine Teilerstattung verhandeln.
9. Waren verpacken, Zubehör und Dokumente vollständig beilegen.
10. Zollinhaltserklärung ausfüllen, Sendungsart „Warenrücksendung", Rechnung außen anbringen.
11. Retoure aufgeben und den Einlieferungsbeleg der Post mit Sendungsnummer aufbewahren.
12. Erstattung beantragen: Gutschrift des Verkäufers prüfen und die Einfuhrabgaben beim Zollamt zurückfordern.
Häufige Fragen und Antworten zur Retoure ins Ausland
Welcher Anbieter passt für eine Retoure ins Ausland?
Für eine Rücksendung aus Deutschland in ein Land außerhalb der EU führt der Weg praktisch über DHL. Für Retouren innerhalb der EU stehen alle Anbieter zur Auswahl, und der Versand läuft ohne Zollpapiere.
Muss ich die Retoure ins Ausland selbst bezahlen?
Bei einem Widerruf im EU-Handel trägt der Käufer die Kosten der Rücksendung, wenn der Händler darauf hingewiesen hat. Bei einem Mangel am Produkt zahlt der Verkäufer. Außerhalb der EU richtet sich die Kostenfrage nach den Bedingungen des Shops. Antworten dazu stehen in den Rückgabebedingungen.
Was passiert ohne Zollinhaltserklärung?
Die Waren bleiben im Zoll des Ziellandes liegen oder gehen an den Absender in Deutschland zurück. Beides kostet bei einer Retoure Zeit und Geld.
Wie lange dauert eine Retoure nach China?
Der Rückversand dauert je nach Anbieter etwas länger, meist zwei bis sechs Wochen. Die Gutschrift erfolgt erst nach Eingang der Waren beim Verkäufer, weshalb sich für Kunden ein durchgängiges Tracking lohnt.
Gilt der Widerruf auch bei einem Händler außerhalb der EU?
Der Widerruf nach deutschem Recht gilt für Verträge, die deutschem oder EU-Recht unterliegen. Bei Shops aus Drittländern hängt es von den Bedingungen ab. Plattformen setzen häufig eigene Regeln für Kundinnen und Kunden durch, die faktisch wie ein Widerruf wirken.
Lohnt sich eine Retoure bei geringem Warenwert?
Bei Produkten unter etwa 30 Euro übersteigt das Porto oft den Wert der Waren. Eine Teilerstattung ist dann die wirtschaftlichere Lösung.
Welche Tipps helfen bei einer Retoure nach China?
Drei Antworten aus der Praxis: die Rücksendeadresse schriftlich bestätigen lassen, ein Paket mit Tracking wählen und den Einlieferungsbeleg fotografieren. Damit lässt sich ein Problem mit der Gutschrift später belegen.
Wann bekomme ich mein Geld zurück?
Der Onlineshop erstattet den Kaufpreis nach Eingang der Retoure oder nach Vorlage des Einlieferungsbelegs. Bei Händlern aus Ländern außerhalb der EU dauert die Rückbuchung häufig länger als bei einem Onlineshop aus Deutschland.
Retoure ins Ausland: die wichtigsten Punkte im Blick
Eine Retoure ins Ausland gelingt, wenn drei Themen vor dem Versand geklärt sind: die vom Verkäufer bestätigte Rücksendeadresse, die Zollinhaltserklärung mit der Sendungsart „Warenrücksendung" und die Frage, wer das Porto zahlt. Innerhalb der EU entfallen bei einer Retoure die Zollformalitäten, und beim Widerruf trägt der Käufer in der Regel die Rücksendekosten. Bei Sendungen in Länder außerhalb der EU führt der Weg praktisch über DHL, weil dort die Onlinefrankierung das Zollformular einbindet. Gezahlte Einfuhrabgaben lassen sich über die Ungültigerklärung innerhalb von 90 Tagen oder über die Zurückweisung innerhalb eines Jahres zurückholen. Weitere Tipps zu Formaten und Laufzeiten stehen in den Versandinformationen, Begriffe erklärt das Lexikon.