Verpackungsfehler kosten mehr als nur eine beschädigte Sendung. Sie führen zu Reklamationen, Retouren, zusätzlichem Aufwand im Kundenservice und hinterlassen beim Kunden einen schlechten Eindruck, der sich auf zukünftige Bestellungen auswirkt. Das Gute daran: Die meisten Verpackungsfehler entstehen aus denselben Gründen und lassen sich mit ein paar klaren Maßnahmen zuverlässig vermeiden.
Falsche Kartongröße
Der häufigste Verpackungsfehler ist die Wahl eines Kartons, der nicht zur Ware passt. Dabei entstehen zwei entgegengesetzte Probleme, die beide zu Transportschäden führen können.
Ein zu großer Karton gibt der Ware zu viel Spielraum. Produkte verrutschen auf dem Transportweg, stoßen gegen die Kartonwände und werden beschädigt. Außerdem braucht ein zu großer Karton mehr Füllmaterial, wiegt mehr und kann in eine teurere Versandkategorie rutschen.
Ein zu kleiner Karton hingegen übt direkten Druck auf die Ware aus und lässt keinen Platz für ausreichend Polsterung. Empfindliche Produkte wie Elektronik, Glas oder Kosmetik werden in einem zu engen Karton schlechter geschützt als in einem passenden mit ausreichend Pufferzone.
Als Faustregel gilt: Der Karton sollte auf jeder Seite etwa fünf Zentimeter Abstand zur Ware lassen, um ausreichend Polstermaterial unterbringen zu können.
Zu wenig oder falsches Füllmaterial
Selbst der richtige Karton schützt die Ware nicht, wenn die Polsterung fehlt oder ungeeignet ist. Ein häufiger Verpackungsfehler besteht darin, Hohlräume im Karton nur teilweise aufzufüllen oder Füllmaterial ungleichmäßig zu verteilen.
Die Ware muss im Karton vollständig fixiert sein. Ein einfacher Test: Das fertig verpackte Paket vorsichtig schütteln. Ist noch etwas zu hören oder zu spüren, fehlt Füllmaterial. Gut geeignetes Polstermaterial sind Luftpolsterfolie, Verpackungschips und zerknülltes Packpapier, je nach Produkt und Gewicht.
Besonders fragile Bereiche eines Produkts, etwa Ecken, Kanten oder Ausleger, brauchen zusätzliche Aufmerksamkeit. Sie sollten einzeln gepolstert werden, bevor das Produkt in den Karton kommt.
Schwaches oder falsch angebrachtes Klebeband
Ein Karton, der sich auf dem Transportweg öffnet, ist einer der ärgerlichsten Verpackungsfehler – und einer der am leichtesten vermeidbaren. Normales Tesa-Band oder dünnes Klebeband hält dem Gewicht und den Belastungen eines Pakettransports in vielen Fällen nicht stand.
Für den Versand gehört stabiles Klebeband auf jeden Karton, mindestens 50 Millimeter breit. Die H-Klebung hat sich dabei als zuverlässige Methode bewährt: Die Mittelnaht wird vollständig verklebt, dann werden zusätzlich beide seitlichen Nähte abgeklebt. Das verhindert, dass sich der Karton unter Druck aufbiegt oder öffnet.
Wer wiederverwendete Kartons einsetzt, sollte alte Klebestellen sorgfältig überfassen und prüfen, ob der Karton noch ausreichend stabil ist. Stark beschädigte oder bereits demolierte Kartons bieten keinen zuverlässigen Schutz mehr und sollten ausgetauscht werden.
Fehlende oder falsche Kennzeichnung
Der größte Fehler beim Versand von Waren ist eine fehlerhafte oder unvollständige Kennzeichnung der Empfängeradresse. Eine falsche Hausnummer, eine fehlende PLZ oder ein unlesbares Etikett können dazu führen, dass eine Sendung ihr Ziel nicht erreicht.
Empfängeradresse und Absenderadresse müssen vollständig und gut lesbar auf dem Paket stehen. Das Etikett gehört auf die größte Fläche des Kartons, glatt aufgeklebt, ohne Knicke, nicht über Kanten oder Nähte.
Alte Etiketten und Barcodes müssen vor dem erneuten Versand vollständig entfernt werden. Automatische Sortieranlagen lesen den ersten erkannten Barcode, nicht unbedingt den richtigen. Übrig gebliebene alte Labels können eine Sendung fehlleiten.
Für zerbrechliche Waren lohnt sich zusätzlich das Anbringen von Warnetiketten wie „Vorsicht Glas" oder „Zerbrechlich". Sie geben Mitarbeitern in Paketzentren einen klaren Hinweis auf den Inhalt.
Wiederverwendete Kartons ohne Prüfung
Kartons wiederzuverwenden ist sinnvoll und spart Kosten – aber nur, wenn der Karton noch in einem gebrauchsfähigen Zustand ist. Kartonagen, die bereits gefaltet, gedrückt oder durchfeuchtet wurden, verlieren an Stabilität. Ein Karton, der von oben zusammengedrückt wurde, bietet der Ware beim nächsten Einsatz deutlich weniger Schutz.
Wichtig ist dabei: Pakete werden im Versandbetrieb regelmäßig übereinandergestapelt. Ein bereits beschädigter Karton gibt unter dem Gewicht anderer Pakete schneller nach. Bevor ein wiederverwendeter Karton eingesetzt wird, sollte er auf alle Seiten geprüft werden, auf Risse, Druckstellen, aufgeweichte Stellen und gelöste Nähte.
Unpassende Verpackung für das Produkt
Nicht jede Verpackungsart passt zu jedem Produkt. Ein flaches, leichtes Produkt lässt sich in einem Großbrief- oder Maxibriefkarton sicherer und günstiger verschicken als in einem Standardpaket. Glasflaschen brauchen spezielle Flaschenkartons mit Innenfächern. Empfindliche Waren wie Elektronik brauchen antistatische Schutzfolien, bevor sie in Luftpolsterfolie gewickelt werden.
Wer für verschiedene Produktgruppen immer denselben Standardkarton einsetzt, nimmt unnötige Risiken in Kauf. Eine kleine Analyse der meistversandten Produkte und der dazu passenden Verpackungsformate lohnt sich, weil sie Transportschäden reduziert und gleichzeitig Versandkosten spart.
Checkliste für fehlerfreie Verpackungen
Wer die folgenden Punkte vor jedem Versand kurz durchgeht, vermeidet die häufigsten Verpackungsfehler:
Kartongröße passt zur Ware mit ca. 5 cm Puffer auf allen Seiten
Ware vollständig mit geeignetem Polstermaterial fixiert
Kein Spielraum im Karton beim leichten Schütteln
Stabiles Klebeband, H-Klebung auf allen Nähten
Etikett vollständig und lesbar, alte Labels entfernt
Karton auf Beschädigungen geprüft
Bei zerbrechlicher Ware: Warnetikett angebracht
Karton Primus bietet Maxibriefkartons und Großbriefkartons in gängigen Formaten für den täglichen E-Commerce-Versand.