Glasflaschen gehören zu den anspruchsvollsten Versandgütern überhaupt. Sie sind zerbrechlich, schwer, haben eine ungewöhnliche Form und enthalten Flüssigkeiten, die bei einem Bruch nicht nur das Produkt selbst, sondern auch andere Pakete auf dem Transportweg beschädigen können. Wer Wein, Sekt, Bier, Spirituosen oder andere Flaschen verschickt, braucht die richtige Verpackung und ein paar Grundregeln, die den Unterschied zwischen heiler Lieferung und Glasscherben im Karton machen.
Die richtige Verpackung für Flaschen auswählen
Der wichtigste Schritt beim Flaschenversand ist die Wahl des richtigen Kartons. Ein normaler Faltkarton reicht für Glasflaschen in der Regel nicht aus. Wer Flaschen sicher verschicken will, greift zu speziellen Flaschenkartons, die auf die Form und das Gewicht von Glasflaschen ausgelegt sind.
Für den Weinversand haben sich PTZ-Kartons bewährt. Diese Flaschenkartons mit Innenfächern halten die Flaschen fixiert und sorgen dafür, dass sich Flasche und Kartonwand sowie die Flaschen untereinander nicht direkt berühren. Zwischen jeder Flasche und nach außen liegt eine doppelte Schicht Karton. PTZ-Kartons sind für den Versand von Wein- und Sektflaschen zertifiziert und werden von den meisten Paketdiensten für den Alkoholversand vorausgesetzt.
Wer nur eine einzelne Flasche verschickt, hat mehrere Möglichkeiten: spezielle Einzelflaschenkartons, aufblasbare Flaschenverpackungen oder stabile Versandkartons mit ausreichend Polstermaterial. Wichtig ist in jedem Fall, dass die Flasche keinen Spielraum hat und beim Schütteln nicht beweglich ist.
Flaschen richtig einwickeln und polstern
Bevor die Flasche in den Karton kommt, braucht sie eine eigene Schutzschicht. Luftpolsterfolie eignet sich besonders gut, weil sie sich dank der kleinen Luftkammern der runden Form der Flasche anpasst. Mehrere Lagen sind besser als eine – besonders an Boden und Hals der Flasche, die bei einem Sturz die meiste Energie abfangen müssen.
Den Boden des Kartons vor dem Einlegen der Flaschen mit Polstermaterial auslegen: Verpackungschips, zerknülltes Packpapier oder Luftpolsterkissen sind geeignete Materialien. Die Flasche gehört in die Mitte des Kartons, nicht direkt an die Kartonwand.
Nach dem Einlegen alle Hohlräume im Karton vollständig auffüllen. Wenn die Flasche beim Schütteln des Kartons noch hörbar ist, ist nicht genug Polstermaterial vorhanden. Der Karton muss so vollgepackt sein, dass sich darin nichts mehr bewegt.
Mehrere Flaschen gemeinsam verschicken
Wer mehrere Flaschen in einem Karton verschickt, muss sicherstellen, dass sich die Flaschen während des Transports nicht gegenseitig berühren. Direkter Kontakt zwischen Glasflaschen ist eine der häufigsten Ursachen für Glasbruch beim Versand.
Spezielle Flaschenkartons mit Innenfächern lösen dieses Problem automatisch. Wer keinen passenden Flaschenkarton hat, trennt die Flaschen durch Einlagen aus Karton oder dichtes Polstermaterial. Jede Flasche muss einzeln in Luftpolsterfolie gewickelt und separat gesichert sein, bevor sie in den Karton kommt.
Wer weniger Flaschen verschickt als der Karton Fächer hat, füllt die leeren Fächer mit Polstermaterial auf. Leere Fächer können sich beim Transport verformen und die benachbarten Flaschen in Mitleidenschaft ziehen.
Den Verschluss der Flasche sichern
Korken und Schraubverschlüsse können sich auf dem Transportweg lösen, besonders wenn die Flasche liegt oder starken Erschütterungen ausgesetzt ist. Weinflaschen werden deshalb stehend transportiert, damit der Korken feucht bleibt und nicht austrocknet und schrumpft.
Bei Flaschen mit Korken empfiehlt sich zusätzlich ein Stück Klebeband über den Verschluss, das verhindert, dass sich der Korken bei Druckveränderungen löst. Bei Spirituosen mit Schraubverschluss genügt in der Regel das feste Zudrehen, ein zusätzlicher Streifen Klebeband schadet aber auch hier nicht.
Warnetiketten anbringen
Glasflaschen gehören zur Kategorie zerbrechlicher Ware. Wer entsprechende Warnetiketten auf dem Karton anbringt, signalisiert den Mitarbeitern in Paketzentren, dass die Sendung mit besonderer Vorsicht behandelt werden sollte. Gängige Aufschriften sind „Zerbrechlich", „Vorsicht Glas" oder „Nicht werfen".
Zwar gibt es keine Garantie, dass solche Hinweise in jedem Paketzentrum berücksichtigt werden, aber sie erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer schonenden Behandlung. Zusätzlich sollte das Etikett „Oben" auf dem Karton angebracht werden, damit die Ausrichtung des Pakets auf dem Transportweg klar ist.
Was beim Versand von Alkohol zu beachten ist
Der Versand von Alkohol unterliegt besonderen Regeln. DHL erlaubt den Privatversand von Alkohol in Deutschland unter bestimmten Voraussetzungen, für den gewerblichen Versand gelten eigene Konditionen. Hermes bietet spezielle zertifizierte Weinverpackungen an, die für den Versand mit diesem Dienstleister zugelassen sind.
Wer regelmäßig Wein, Sekt oder Spirituosen verschickt, sollte die aktuellen Versandbedingungen des jeweiligen Paketdienstleisters prüfen, da sich diese ändern können. Für den internationalen Versand von Alkohol gelten zusätzlich länderspezifische Einfuhrvorschriften, die vor dem Versand bekannt sein sollten.
Den Karton richtig verschließen
Ein guter Karton nützt wenig, wenn er schlecht verschlossen ist. Flaschenkartons sollten mit breitem, stabilem Klebeband verschlossen werden, mindestens dreifach über die Mittelnaht und zusätzlich an den Seiten. Das verhindert, dass sich der Karton bei starker Belastung öffnet.
Wer schwere Flaschen verschickt, sollte den Karton von unten genauso sorgfältig abkleben wie von oben. Gerade beim Gewicht von mehreren Weinflaschen ist die Bodennaht die kritischste Stelle des Pakets.
Häufige Fehler beim Flaschenversand
Die häufigsten Fehler, die zu Glasbruch beim Versand führen:
Zu wenig Polstermaterial, sodass die Flasche Spielraum hat
Flaschen berühren sich gegenseitig oder die Kartonwand direkt
Leere Fächer im Flaschenkarton nicht aufgefüllt
Karton zu groß für den Inhalt, sodass zu viel Bewegungsfreiheit entsteht
Boden des Kartons nicht ausreichend abgeklebt
Keine Warnetiketten angebracht
Karton Primus bietet Maxibriefkartons und Großbriefkartons in gängigen Formaten für den täglichen Versand.