Wer ein Paket verschicken will, steht schnell vor einer Frage, die jeder Paketdienst anders beantwortet: Welche Paketgröße passt zu meiner Sendung, und wie wird sie gemessen? DHL, DPD, Hermes, GLS und UPS arbeiten mit unterschiedlichen Klassifikationen und eigenen Messlogiken. Wer das nicht weiß, riskiert Nachgebühren oder landet ungewollt in einer teureren Paketklasse.
Dieser Überblick erklärt, wie die Paketgrößen der großen Anbieter aufgebaut sind, was das Gurtmaß bedeutet und worauf bei der Verpackung geachtet werden sollte.
Wie Paketgrößen gemessen werden
Bevor die einzelnen Anbieter verglichen werden, lohnt sich ein kurzer Blick auf die zwei unterschiedlichen Messmethoden.
Hermes, DPD und GLS ermitteln die Paketklasse aus der Summe der längsten und der kürzesten Seite. Die mittlere Seite spielt für die Klasseneinstufung keine Rolle. Ein Karton mit den Maßen 40 × 30 × 20 cm hätte bei diesen Anbietern also einen Summenwert von 60 cm.
DHL arbeitet anders: Hier zählen alle drei Seitenlängen einzeln. Das maximale Paketmaß bei DHL liegt bei 120 × 60 × 60 cm. Zusätzlich darf das Gurtmaß einen bestimmten Höchstwert nicht überschreiten.
Das Gurtmaß ist eine Hilfsgröße, die verhindert, dass besonders sperrige Sendungen die Sortieranlagen blockieren. Es berechnet sich aus der Länge des Pakets plus dem doppelten Umfang des Querschnitts. Bei DHL, DPD, Hermes und GLS liegt das maximale Gurtmaß bei 300 cm, UPS erlaubt bis zu 400 cm.
DHL – Paketgrößen und Päckchen
DHL unterscheidet grundsätzlich zwischen Päckchen und Paketen. Das Päckchen S darf maximal 35 × 25 × 10 cm groß sein und bis zu 2 kg wiegen. Das Päckchen M ist mit 60 × 30 × 15 cm etwas größer, das Maximalgewicht bleibt bei 2 kg. Beide Päckchen enthalten weder eine Sendungsverfolgung noch eine Haftung.
DHL-Pakete staffeln sich nach Gewicht: bis 2 kg, bis 5 kg, bis 10 kg und bis 31,5 kg. Die Paketgröße spielt für den Tarif eine eher untergeordnete Rolle, solange das Maximum von 120 × 60 × 60 cm nicht überschritten wird.
Wer an eine Packstation liefern lässt, muss zusätzliche Größenbeschränkungen beachten. Sendungen an DHL-Packstationen dürfen maximal 75 × 60 × 40 cm groß sein.
DPD – Paketklassen nach Summenwert
DPD richtet seine Paketklassen nach der Summe aus längster und kürzester Seite: XS bis 35 cm, S bis 50 cm, M bis 70 cm, L bis 90 cm und XL mit einem Gurtmaß bis 300 cm.
Das Maximalgewicht bei DPD liegt bei 20 kg für die Abgabe im Paketshop und bei 31,5 kg für die Abholung beim Absender. Wer schwere Waren regelmäßig versendet, sollte das bei der Wahl des Versandwegs berücksichtigen.
DPD liefert als einziger der großen Anbieter standardmäßig auch samstags und bietet beim Expressversand die größte Auswahl an Zeitfenstern.
Hermes – Paketklassen mit XXL-Option
Hermes staffelt seine Paketklassen ebenfalls nach der Summe aus längster und kürzester Seite: S-Paket bis 50 cm, M-Paket bis 80 cm, L-Paket bis 120 cm, XL-Paket bis 150 cm, XXL-Paket bis 200 cm.
Das Maximalgewicht liegt bei 25 kg für normale Pakete, bei direkter Haustürzustellung bis zu 31,5 kg. Die Haftung bei Hermes-Paketen liegt bei 500 Euro, beim Päckchen lediglich bei 50 Euro. Wer wertvollere Waren versendet, sollte das bei der Produktwahl im Blick behalten.
Hermes ist besonders günstig in den kleineren Paketklassen und bietet als einer der wenigen Anbieter CO2-neutralen Versand durch Kompensation als Standard an.
GLS – Hohes Maximalgewicht, hohe Standardhaftung
GLS arbeitet mit denselben Paketklassen wie DPD, also ebenfalls nach der Summe aus längster und kürzester Seite. Das Maximalgewicht bei GLS liegt bei 40 kg, was höher ist als bei allen anderen großen Anbietern. Die Standardhaftung beträgt 750 Euro pro Paket und ist damit ebenfalls die höchste im Vergleich.
GLS bietet ab der kleinsten Paketklasse eine Sendungsverfolgung und gilt als schneller Anbieter mit zuverlässigen Laufzeiten innerhalb Deutschlands.
UPS – Großes Maximalmaß, Volumengewicht beachten
UPS arbeitet nicht mit den klassischen XS- bis XL-Klassen der anderen Anbieter. Stattdessen gelten Höchstgrenzen für Länge, Gurtmaß und Gewicht. Pakete bis ca. 150 × 76 × 76 cm und bis zu 70 kg sind möglich, ab 25 kg ist eine Schwergut-Markierung Pflicht.
Ein wichtiger Punkt bei UPS: Das Volumengewicht. UPS berechnet für leichte, aber voluminöse Pakete ein künstliches Gewicht auf Basis der Maße. Wer große, leichte Waren versendet, zahlt bei UPS möglicherweise mehr als bei anderen Anbietern, auch wenn das tatsächliche Gewicht gering ist.
Wann wird ein Paket zum Sperrgut?
Liegt das Gewicht oder die Maße über den angegebenen Höchstwerten, gilt das Paket als Sperrgut. Das gilt auch bei einer Verpackung, die nicht quaderförmig ist, ausgenommen ist der Rollenversand.
Sperrgut wird entweder gar nicht angenommen oder mit einem deutlichen Preisaufschlag versehen. Wer regelmäßig große Waren versendet, sollte vorab prüfen, welcher Anbieter die passenden Konditionen bietet, und die Verpackung so wählen, dass sie die Höchstmaße nicht unnötig strapaziert.
Verpackung und Paketgröße – was Händler beachten sollten
Die Wahl der richtigen Verpackungsgröße hat direkte Auswirkungen auf den Versandpreis. Wer einen Karton wählt, der unnötig groß ist, rutscht möglicherweise in eine teurere Paketklasse, obwohl die Ware selbst kleiner wäre.
Besonders bei Anbietern wie DPD, GLS und Hermes, die nach der Summe aus längster und kürzester Seite messen, lohnt sich ein genauer Blick auf die Kartonmaße. Ein Karton, der die Grenze zur nächsten Klasse nur knapp überschreitet, kann durch eine kompaktere Verpackung in die günstigere Klasse zurückfallen.
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